Qualitätskomponentenspezifische Typologie

Qualitätskomponentenspezifische Typologie gemäß PHYLIB

Zur Bewertung aller limnischen Fließgewässertypen mit Ausnahme der Ströme (Typ 10 und 20) sowie der Rückstau- bzw. brackwasserbeeinflusste Ostseezuflüsse (Typen 23) wird das PHYLIB-Verfahren angewendet. Zur Bewertung der Teilkomponente Makrophyten stehen hierzu folgende Makrophyten-Fließgewässertypen nach PHYLIB zur Verfügung (Tab. 1).

Die Einstufung erfolgt anhand des geologischen Untergrundes (silikatisch-karbonatisch). Die Unterteilung in rhithrale (schnell fließende) und potamale (langsam fließende) Fließgewässer erfolgt anhand des Talbodengefälles unter Berücksichtigung des potenziell natürlichen Windungsgrades, der Größe des Einzugsgebietes und des Mittelgebirgsanteils (s. Tab. 2). Diese Methodik wird gerade im Rahmen des Projektes „Anpassung und Aktualisierung des Bewertungsverfahrens für die PHYLIB-Teilkomponente Makrophyten, Projekt-Nr. O 9.16 des Länderfinanzierungsprogramms Wasser, Boden und Abfall 2016“ überarbeitet.

Tab. 1: Makrophyten-Fließgewässertypen nach PHYLIB.

Makrophyten-Fließgewässertypen

MRK:

karbonatisch-rhithral geprägte Fließgewässer der Mittelgebirge, Voralpen und Alpen

MRS:

silikatisch-rhithral geprägte Fließgewässer der Mittelgebirge, Voralpen und Alpen

MP:

potamal geprägte Fließgewässer der Mittelgebirge, Voralpen und Alpen

MPG:

potamal geprägte Fließgewässer der Mittelgebirge, Voralpen und Alpen (Grundwasser beeinflusst)

TRk:

kleine rhithral-geprägte Fließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

TRm:

mittelgroße, rhithral-geprägte Fließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

TRg:

große rhithral-geprägte Fließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

TNk:

kleine potamale Fließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

TNm:

mittelgroße potamale Fließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

TNg:

große Niederungsfließgewässer des Norddeutschen Tieflandes

Tab. 2: Kriterien zur Unterscheidung von rhithralen und potamalen Fließgewässern bzw. Fließgewässerabschnitten (aus: LANUV NRW 2008).
           rhithral = überwiegend schnell fließend, potamal = überwiegend langsam fließend.

Größe des Einzugsgebiets (km ²)

Talbodengefälle*

Anteil des Mittelgebirges
am Einzugebiet

 

< 100

≤ 1 Promill

 

potamal

 

> 1 Promill

 

rhithral

100-10.000

≤ 0,5 Promill

 

potamal

 

> 0,5 - 1 Promill

< 50%

potamal

 

> 0,5 - 1 Promill

> 50%

rhithral

 

> 1 Promill

 

rhithral

> 10.000

≤ 0,5 Promill

 

potamal

 

> 0,5 Promill

 

rhithral/potamal

*unter Einbeziehung des potenziell natürlichen Windungsgrades bzw. der Laufkrümmung

Der potenziell natürliche Windungsgrad kann aus dem Talbodengefälle, der Talbodenbreite und dem dominierendem Sohlsubstrat im Referenzzustand (siehe LAWA-Fließgewässertypen) abgeleitet werden.

Die Zuordnung dieser Makrophyten-Fließgewässertypen zu den LAWA-Fließgewässertypen ist in Tabelle 3 zusammengestellt.

Tab. 3: Differenzierte LAWA-Typologie in Bezug auf die Makrophyten, PHYLIB-Verfahren.

LAWA-TYP

 

Makrophyten-TYP

1

Fließgewässer der Alpen

MRK

2, rhithral

rhithrale Fließgewässer des Alpenvorlandes

MRK

2, potamal

potamale Fließgewässer des Alpenvorlandes

MP(G)

3, rhithral

rhithrale Fließgewässer der Jungmoräne des Alpenvorlandes

MRK

3, potamal

potamale Fließgewässer der Jungmoräne des Alpenvorlandes

MP(G)

4

Große Flüsse des Alpenvorlandes

MRK

5

Grobmaterialreiche, silikatische Bäche der Mittelgebirge

MRS

5.1

Feinmaterialreiche, silikatische Bäche der Mittelgebirge

MRS

6

Feinmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche

MRK

7

Grobmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche

MRK

9

Silikatische, fein-grobmaterialreiche Flüsse der Mittelgebirge

MRS

9.1

Karbonatische, fein-grobmaterialreiche Flüsse der Mittelgebirge

MRK

9.2, rhithral, silikatisch

Silikatische, rhithrale, große Flüsse des Mittelgebirge

MRS

9.2, rhithral, karbonatisch

Karbonatische, rhithrale, große Flüsse des Mittelgebirge

MRK

9.2, potamal

Potamale, große Flüsse des Mittelgebirge

MP(G)

11, rhithral, Tiefland

Rhithrale, organisch geprägte Bäche des Tieflandes

TRk

11, potamal, Tiefland

Potamale, organisch geprägte Bäche des Tieflandes

TNk

11, rhithral, Mittelgebirge

Rhithrale, organisch geprägte Bäche der Mittelgebirge

MRS

11, potamal, Mittelgebirge

Potamale, organisch geprägte Bäche der Mittelgebirge

MP(G)

12, Tiefland

Organisch geprägte Flüsse des Tieflandes

TNm

12, Mittelgebirge

Organisch geprägte Flüsse der Mittelgebirge

MP(G)

14, rhithral

Rhithrale, sandgeprägte Tieflandbäche

TRk

14, potamal

Potamale, sandgeprägte Tieflandbäche

TNk

15, rhithral

Rhithrale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

TRm

15, potamal

Potamale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

TNm

15g, rhithral

Große, rhithrale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

TRg

15g, potamal

Große, potamale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

TNg

16

Kiesgeprägte Tieflandbäche

TRk

17, rhithral

Rhithrale, kiesgeprägte Tieflandflüsse

TRm

17, potamal

Potamale, kiesgeprägte Tieflandflüsse

TNm

18, rhithral

Rhithrale, löss-lehmgeprägte Tieflandbäche

TRk

18, potamal

Potamale, löss-lehmgeprägte Tieflandbäche

TNk

19, Tiefland, rhithral

Rhithrale Niederungsfließgewässer des Tieflandes

TRk

19, Tiefland, potamal

Potamale Niederungsfließgewässer des Tieflandes

TNk

19, Mittelgebirge, rhithral, silikatisch

Rhithrale, silikatische Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

MRS

19, Mittelgebirge, rhithral, karbonatisch

Rhithrale, karbonatische Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

MRK

19, Mittelgebirge, potamal

Potamale Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

MP

21, rhithral

Rhithrale, seeausflussgeprägte Fließgewässer

TR/TRk/TRg

21, potamal

Potamale, seeausflussgeprägte Fließgewässer

TN/TNk/TNg

Qualitätskomponentenspezifische Typologie gemäß NRW-Verfahren

Das NRW-Verfahren (LANUV NRW 2015) berücksichtigt alle limnischen Fließgewässer mit Ausnahme der Ströme (Typ 10 und 20), der seeausflussgeprägten Fließgewässer (Typ 21) und der Fließgewässer der Alpen und des Alpenvorlandes (Typ 1, 2, 3 und 4).

Da die Fließgeschwindigkeit die Makrophyten deutlich in rhithrale (schnell fließend) oder potamale (langsam fließend) Ausprägungen differenziert, ist für die Makrophyten-Typologie und Bewertung eine Differenzierung der LAWA-Fließgewässertypen in rhithrale (schnell fließende) und potamale (langsam fließende) Gewässertypen erforderlich (Tab. 1). Dies bezieht sich nicht auf die aktuelle Situation, sondern auf das Leitbild.

Tab. 1: Differenzierte LAWA-Typologie in Bezug auf die Makrophyten, NRW-Verfahren.

 LAWA-Typ  

5

Grobmaterialreiche, silikatische Bäche der Mittelgebirge

5.1

Feinmaterialreiche, silikatische Bäche der Mittelgebirge

6

Feinmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche

7

Grobmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche

9

Silikatische, fein-grobmaterialreiche Flüsse der Mittelgebirge

9.1

Karbonatische, fein-grobmaterialreiche Flüsse der Mittelgebirge

9.2, rhithral

Rhithrale, große Flüsse des Mittelgebirge

9.2, potamal

Potamale, große Flüsse des Mittelgebirge

11, rhithral, Tiefland

Rhithrale, organisch geprägte Bäche des Tieflandes

11, potamal, Tiefland

Potamale, organisch geprägte Bäche des Tieflandes

11, rhithral, Mittelgebirge

Rhithrale, organisch geprägte Bäche der Mittelgebirge

11, potamal, Mittelgebirge

Potamale, organisch geprägte Bäche der Mittelgebirge

12, Tiefland

Organisch geprägte Flüsse des Tieflandes

12, Mittelgebirge

Organisch geprägte Flüsse der Mittelgebirge

14, rhithral

Rhithrale, sandgeprägte Tieflandbäche

14, potamal

Potamale, sandgeprägte Tieflandbäche

15, rhithral

Rhithrale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

15, potamal

Potamale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

15g, rhithral

Große, rhithrale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

15g, potamal

Große, potamale, sand- & lehmgeprägte Tieflandflüsse

16

Kiesgeprägte Tieflandbäche

17, rhithral

Rhithrale, kiesgeprägte Tieflandflüsse

17, potamal

Potamale, kiesgeprägte Tieflandflüsse

18, rhithral

Rhithrale, löss-lehmgeprägte Tieflandbäche

18, potamal

Potamale, löss-lehmgeprägte Tieflandbäche

19, Tiefland, rhithral

Rhithrale Niederungsfließgewässer des Tieflandes

19, Tiefland, potamal

Potamale Niederungsfließgewässer des Tieflandes

19, Mittelgebirge, rhithral

Rhithrale Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

19, Mittelgebirge, rhithral

Rhithrale Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

19, Mittelgebirge, potamal

Potamale Niederungsfließgewässer der Mittelgebirge

Die Unterteilung in rhithrale (schnell fließende) und potamale (langsam fließende) Fließgewässer erfolgt anhand des Talbodengefälles unter Berücksichtigung des potenziell natürlichen Windungsgrades, der Größe des Einzugsgebietes und des Mittelgebirgsanteils (s. Tab. 2). Diese Methodik wird gerade im Rahmen des Projektes „Anpassung und Aktualisierung des Bewertungsverfahrens für die PHYLIB-Teilkomponente Makrophyten, Projekt-Nr. O 9.16 des Länderfinanzierungsprogramms Wasser, Boden und Abfall 2016“ überarbeitet.

Tab. 2: Kriterien zur Unterscheidung von rhithralen und potamalen Fließgewässern bzw. Fließgewässerabschnitten (aus: LANUV NRW 2008).
           rhithral = überwiegend schnell fließend, potamal = überwiegend langsam fließend.

Größe des Einzugsgebiets (km ²)

Talbodengefälle*

Anteil des Mittelgebirges
am Einzugebiet

 

< 100

≤ 1 Promill

 

potamal

 

> 1 Promill

 

rhithral

100-10.000

≤ 0,5 Promill

 

potamal

 

> 0,5 - 1 Promill

< 50%

potamal

 

> 0,5 - 1 Promill

> 50%

rhithral

 

> 1 Promill

 

rhithral

> 10.000

≤ 0,5 Promill

 

potamal

 

> 0,5 Promill

 

rhithral/potamal

*unter Einbeziehung des potenziell natürlichen Windungsgrades bzw. der Laufkrümmung

Der potenziell natürliche Windungsgrad kann aus dem Talbodengefälle, der Talbodenbreite und dem dominierendem Sohlsubstrat im Referenzzustand (siehe LAWA-Fließgewässertypen) abgeleitet werden.

Qualitätskomponentenspezifische Typologie der Marschengewässer

Bei den Marschengewässern des LAWA-Typs 22 ist das BEMA-Verfahren anwendbar für die nicht tideoffenen Marschengewässer der Subtypen 22.1: Gewässer der Marschen und 22.2: Flüsse der Marschen, wobei letztere nur in Schleswig-Holstein ausgewiesen sind. Da fast alle diese Gewässer als „erheblich verändert“ oder „künstlich“ eingestuft sind, ist das Verfahren auf die Bestimmung des ökologischen Potenzials ausgelegt.

Das BMT-Verfahren ist anwendbar für die tideoffenen Marschengewässer der Subtypen 22.2: Flüsse der Marschen und 22.3: Ströme der Marschen.