Bestimmung

Die Bestimmung von Makrophyten erfolgt mit einer zwanzigfachen Lupe im Gelände. Proben, die nicht im Gelände bestimmt werden können, werden in feuchten Plastiktüten oder in wassergefüllten Eimern ins Labor transportiert und dort nachbestimmt. Höhere Pflanzen und Armleuchteralgen werden in der Regel mit einer Stereolupe bestimmt. Von Moosen müssen in der Regel mikroskopische Präparate angefertigt werden. Zur Konservierung werden Moose an der Luft getrocknet und in gefalteten Papiertüten aufbewahrt (Tab. 1). Höhere Pflanzen und Armleuchteralgen werden gepresst und herbarisiert: Pflanzen, die außerhalb des Wassers nicht zusammenfallen, werden zunächst von anhaftenden Substanzen (z. B. Erde) befreit. Anschließend legt man die Pflanzen auf einen Einlegebogen (z. B. Zeitung-Doppelseite). Die Blüten, Blätter etc. werden ausgebreitet. Überstehende Teile werden umgeknickt. Die Pflanzen werden danach inkl. Beschriftung (s. u.) in eine Pflanzenpresse eingelegt. Je nach Wasseranteil kann es erforderlich sein, das Einlegepapier zwischenzeitlich zu wechseln. Die trockenen Pflanzen werden auf stabilen Zeichenkarton mit weißen gummierten Papierstreifen aufgeklebt. Auf einen Bogen werden immer nur Pflanzen eines Taxons und eines Fundortes aufgeklebt. Zur Beschriftung eignen sich Etiketten, die die folgenden Angaben enthalten:

  • Art mit Autorenname
  • Fundort (Land, Bundesland, Kreis, geografische Bezeichnung)
  • Standort (ökologische Bezeichnung)
  • Sammeldatum
  • Sammler („leg.“)
  • Bestimmer („det.)
  • Bezeichnung des Herbariums und fortlaufende Nr.

Konservierung

Pflanzen, die außerhalb des Wassers zusammenfallen (pinseln), werden in ein mit Wasser gefülltes Becken gelegt. Die Proben werden ggf. gesäubert. Unter die Pflanzen wird ein weißes Papier geschoben. Nach vorsichtigem Ablassen des Wassers wird das Papier mit den Pflanzen aus dem Becken gehoben, ggf. präpariert und dann ein zweites weißes Papier auf die Probe gelegt. Danach wird die Probe mit den beiden weißen Blättern zwischen Zeitungspapier gepresst. Als Alternative zu weißem Papier hat sich auch Backpapier bewährt, von dem sich die getrockneten Pflanzen gut ablösen lassen.

Rot- und Grünalgen werden in Alkohol konserviert und dunkel gelagert. Früchte der Gattung Callitriche sollten auch in Alkohol gelagert werden.

Es werden grundsätzlich keine Mischproben verschiedener Arten angelegt, d. h. jeder Beleg umfasst nur ein Taxon. Dieses Taxon muss eindeutig mit einer fortlaufenden Nummer und der Namen des Herbariums bezeichnet werden.

Tab. 1: Konservierung von Makrophyten.

Pflanzen

Art der Konservierung

Höhere Pflanzen

Herbarium

Armleuchteralgen

Herbarium

Moose

Moostüten

Rot- und Grünalgen, Früchte von Callitriche

Alkohol, dunkle Lagerung

Die Bestimmung und Nomenklatur richtet sich nach van de Weyer & Schmidt (2011), die Nomenklatur und Bestimmung der Grünalgen und Rotalgen nach Gutowski & Foerster (2009).

Literatur

DIN EN 14184, Wasserbeschaffenheit – Anleitung für die Untersuchung aquatischer Makrophyten in Fließgewässern 2003, deutsche Fassung: 2012

Gutowski, A., Foerster, J. 2009: Benthische Algen ohne Diatomeen und Characeen. Bestimmungshilfe. LANUV-Arbeitsblatt 9: 474 S.

Kohler, A. 1978: Methoden der Kartierung von Flora und Vegetation von Süßwasserbiotopen. Landschaft und Stadt 10: 73-85

Londo, G. 1974: The decimal scale for relevés of permanent quadrats. In: Knapp, R. (ed.): Sampling methods in vegetation science: p. 45-49. W. Junk Publishers, The Hague/Boston/London

Weyer, K. van de, Schmidt, C. 2011: Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland: Band 1: Bestimmungsschlüssel. Fachbeiträge des LUGV Brandenburg 119: 164 S., Band 2: Abbildungen. Fachbeiträge des LUGV Brandenburg 120: 374 S., Herausgeber: Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) Brandenburg, Potsdam